diary of josephin -jm#005

Wie haben wir nun das eine Jahr nach der Trennung zusammen verbracht? Wie sind wir miteinander umgegangen? Für mich war dies keine Trennung, im Sinne ich kann abschließen und mich etwas neuem zuwenden, für mich war dieses Jahr, eine Zeit bedingt durch so viele Sachen, immer an deiner Seite zu sein, ohne es zu sein. Dich zu unterstützen ohne mich zu schützen. Wir waren auf Konzerte, wir haben deine Oma beim Sterben begleitet und wir haben sie ins Wasser lassen können, zusammen. Ich war da für dich in den harten Zeiten diesen Jahres, du warst da in meinen Zeiten. Aber meine Sehnsucht nach dir und deiner Nähe schwand mit jedem Fortgang, mich dir zu öffnen schwand von Tag zu Tag und jetzt begleitest du mich nur noch selten in den Schlaf.

Wieder einmal ist der Verlust an Nähe für dich der Gewinn an Distanz. Es ist das was du wolltest und was ich dir ermöglicht hab. Ich bin noch da für dich und du bist noch da… Also akzeptiere ich die Situation, lerne dass das Leben die Geschichten so schreibt, weil sie keinen Autor hat, der sie lenken kann, sondern die Dinge passieren und entstehen. Ich lerne mal wieder, das meine Vorstellung nicht die Straße ist auf der ich mich bewege, sondern nur die Schilder, die sie säumen.

Was ist falsch daran nur ein Schild zu sein und nicht die Straße? Was ist falsch daran nur die Straße zu sein und nicht das Schild, das Gras am Rand, der Stein im Weg. Das Geländer oder nur der Abhang. Nichts natürlich, entscheidend ist doch, was man sein will. Und genau da haben wir das Problem…

Ich hoffe du verstehst das mein Bleiben nichts mehr mit Sehnsucht, Verlangen oder Hoffen zu tun hat, ich bleibe, weil du, genau das für mich warst.

Ich bleibe weil du mich daran erinnerst, wie es hätte sein können. Ich bleibe weil du mich erinnerst, an Gefühle die ich nicht mehr missen will, nicht vergraben oder verstecken will. Ich bleibe, weil vielleicht ein anderer Mensch mir genau dies geben kann und ich ihm. Du bist mein Mahnmal des Schmerzes. Du bist die Sonne die rotglühend am Abend untergeht, wunderschön und warm, doch fortan wird mein Herz vll jemanden gehören, der am Morgen noch neben mir schläft.

Also was ist das Leben, eine Dominokette von Enttäuschungen? Eine folgt der nächsten oder eher das Voranschreiten und Erkennen. Ich misse keine Sekunde mit dir, nur einzig das ich nicht deine Straße war, sondern nur ein Schild von vielen, die da waren und die noch kommen. Aber auf meiner Straße warst du die Brücke, die mir ermöglicht hat weiter zu reisen, ich wäre so gerne geblieben, jetzt schau ich in den Rückspiegel und lächle, winke zurück und danke Dir…

Ab jetzt wird es keine Geschichte mehr für dich geben, lediglich eine Postkarte, die davon berichten wird, ich bin am Leben…